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Stand: Juli 2026

Stromvergleich ohne Bonus: den ehrlichen Preis erkennen

Ein hoher Neukundenbonus macht einen Stromtarif im ersten Jahr günstig – und danach oft teuer. Wer den tatsächlichen Preis über die Vertragslaufzeit betrachtet, trifft eine solidere Entscheidung.

Wie ein Bonus den Vergleich verzerrt

Vergleichsportale sortieren häufig nach dem Preis im ersten Jahr inklusive Bonus. Ein Tarif mit einem Neukundenbonus von etwa 150 oder 200 Euro landet dadurch oft ganz oben, obwohl der reine Arbeits- und Grundpreis über dem Durchschnitt liegt. Rechnerisch wird der Bonus einfach vom Jahrespreis abgezogen und verschwindet danach aus der Sichtbarkeit. Im zweiten Jahr, wenn der Bonus wegfällt, zahlst du dann den vollen, oft deutlich höheren Preis – meist ohne dass du aktiv daran erinnert wirst, erneut zu wechseln.

Warum Bonustarife trügen können

Anbieter kalkulieren einen Bonus bewusst ein, um in Vergleichsportalen weit oben zu erscheinen. Das ist an sich kein unseriöses Vorgehen, verschiebt aber die Wahrnehmung: Ein Tarif mit hohem Bonus und hohem Grundpreis kann in Summe teurer sein als ein bonusfreier Tarif mit niedrigem, stabilem Preis. Problematisch wird es, wenn du den automatischen Wechsel nach Ablauf der Preisgarantie verpasst und in eine teure Anschlussregelung rutschst. Wer seinen Vertrag nicht aktiv im Blick behält, zahlt dann über die gesamte Laufzeit gerechnet oft drauf, obwohl der Einstieg günstig aussah.

Wie du den ehrlichen Preis erkennst

Der zuverlässigste Vergleichswert ist der reine Arbeitspreis pro Kilowattstunde plus die monatliche Grundgebühr, jeweils ohne Bonus gerechnet. Multipliziere den Arbeitspreis mit deinem Jahresverbrauch, addiere die Grundgebühr für zwölf Monate – das ist dein tatsächlicher Jahrespreis ohne Rabattwirkung. Vergleiche diesen Wert zwischen mehreren Tarifen, bevor du dir den Bonus als zusätzliches Plus anschaust. So erkennst du, ob ein Tarif auch ohne Lockangebot konkurrenzfähig ist, oder ob der niedrige Preis nur durch den Bonus zustande kommt.

Wie Vergleichsportale mit Boni umgehen

Die meisten Vergleichsportale rechnen den Bonus standardmäßig in den angezeigten Erstjahrespreis ein und sortieren danach. Manche Portale bieten zusätzlich eine Filterfunktion, mit der du gezielt nach dem Preis ohne Bonus oder nach dem Preis für das zweite Jahr sortieren kannst – nutze diese Option, wenn sie verfügbar ist. Fehlt eine solche Funktion, hilft dir der einfache Dreisatz aus Arbeitspreis, Verbrauch und Grundgebühr weiter, den du selbst nachrechnen kannst. So verlässt du dich nicht allein auf die Sortierung des Portals, sondern auf eine Zahl, die über die gesamte Vertragslaufzeit Bestand hat.

Beispielrechnung: Bonustarif gegen bonusfreien Tarif

Nimm einen Haushalt mit 3.000 kWh Jahresverbrauch. Beispielhaft angenommen: Tarif A kostet 34 Cent/kWh zuzüglich 120 Euro Grundgebühr im Jahr, macht 1.140 Euro – abzüglich 180 Euro Neukundenbonus ergibt das im ersten Jahr rechnerisch 960 Euro. Tarif B ohne Bonus kostet 29 Cent/kWh zuzüglich 100 Euro Grundgebühr im Jahr, macht 970 Euro im ersten Jahr. Auf den ersten Blick wirkt Tarif A günstiger. Im zweiten Jahr, wenn der Bonus bei Tarif A wegfällt, zahlst du dort aber 1.140 Euro gegenüber weiterhin 970 Euro bei Tarif B – macht über zwei Jahre gerechnet einen Unterschied von 340 Euro zugunsten von Tarif B. Die Zahlen sind ein Rechenbeispiel, keine realen Anbieterpreise – aktuelle Tarife findest du im Tarifvergleich.

Wann sich ein Bonustarif trotzdem lohnt

Ein Bonustarif ist nicht grundsätzlich schlecht. Er kann sich lohnen, wenn der Grundpreis auch ohne Bonus im Mittelfeld liegt und du dir fest vornimmst, vor Ablauf der Preisgarantie erneut zu vergleichen. Wer ohnehin jährlich seinen Stromanbieter prüft, kann von Boni zusätzlich profitieren, ohne im zweiten Jahr in eine teure Falle zu laufen. Wer dagegen selten wechselt oder Verträge eher laufen lässt, ist mit einem bonusfreien Tarif mit fairem Dauerpreis meist besser beraten. Eine einfache Faustregel hilft bei der Entscheidung: Nur wer sich einen festen Termin für den nächsten Vergleich setzt, sollte einen Bonustarif überhaupt in Betracht ziehen.

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Fragen zum Stromvergleich ohne Bonus

Wie berechne ich den Preis eines Tarifs ohne Bonus?

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Multipliziere den Arbeitspreis pro Kilowattstunde mit deinem Jahresverbrauch und addiere die Grundgebühr für zwölf Monate. Das ergibt den Jahrespreis ohne Rabattwirkung.

Ist ein Tarif mit Bonus automatisch schlechter?

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Nein, nicht automatisch. Entscheidend ist, ob der Grundpreis auch ohne Bonus konkurrenzfähig ist und ob du den Vertrag nach Ablauf der Preisgarantie aktiv prüfst.

Was passiert, wenn ich den Bonuswechsel nach einem Jahr verpasse?

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Der Vertrag läuft meist zum regulären, oft höheren Preis weiter. Ein rechtzeitiger neuer Vergleich vor Ablauf der Preisgarantie verhindert das.

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