Wie viel zusätzlicher Strom durch die Wallbox anfällt
Ein durchschnittliches E-Auto verbraucht bei rund 15.000 Kilometern Jahresfahrleistung etwa 2.500 bis 3.000 Kilowattstunden zusätzlich. Das entspricht in etwa dem Stromverbrauch eines kompletten Zwei-Personen- Haushalts obendrauf. Diese Größenordnung solltest du bei der Tarifwahl einplanen, denn ein Tarif, der für reinen Haushaltsstrom kalkuliert wurde, kann bei doppeltem Verbrauch schnell aus dem Rahmen fallen.
Ein Zähler oder zwei?
Grundsätzlich kannst du die Wallbox über den bestehenden Haushaltszähler laufen lassen oder einen separaten Zähler installieren lassen. Ein separater Zähler lohnt sich vor allem, wenn du einen speziellen, günstigeren Ladestromtarif nutzen willst oder wenn dein Netzbetreiber für die Wallbox eine reduzierte Netzentgeltregelung anbietet, an die du dich im Gegenzug mit einer steuerbaren Wallbox binden musst. Für die meisten Haushalte reicht ein gemeinsamer Zähler mit dem übrigen Haushaltsstrom aus, besonders wenn ohnehin ein Wechsel in einen Tarif mit größerem Verbrauchsvorteil ansteht.
Welche Tarife zur Wallbox passen
Bei klassischen Festpreistarifen zählt vor allem ein niedriger Arbeitspreis pro Kilowattstunde, weil sich der zusätzliche Verbrauch direkt auf die Jahresrechnung auswirkt. Eine Alternative ist ein dynamischer Stromtarif, bei dem du gezielt in günstigen Nachtstunden lädst. Das setzt allerdings einen Smart Meter sowie eine Wallbox mit Zeitsteuerung oder App-Anbindung voraus. Wer beides hat, kann die Ladezeiten in der Regel automatisch in die günstigsten Stunden legen lassen, ohne selbst nachts aufstehen zu müssen.
Günstige Zeitfenster zum Laden
Bei dynamischen Tarifen ist Strom meist zwischen etwa 23 und 6 Uhr am günstigsten, weil dann die Nachfrage bundesweit niedrig ist. An sonnigen Tagen verschiebt sich ein zusätzliches günstiges Zeitfenster in die Mittagsstunden, wenn viel Solarstrom im Netz ist. Wer sein Auto also nicht zwingend nachts, sondern tagsüber am Arbeitsplatz oder zuhause lädt, kann von diesem Mittagstief profitieren. Am teuersten ist Strom in aller Regel am frühen Abend zwischen 17 und 20 Uhr, wenn Haushalte bundesweit gleichzeitig kochen, heizen und Geräte nutzen – dieses Zeitfenster solltest du beim Laden möglichst meiden.
Wallbox anmelden und Ladeleistung beachten
Bevor du überhaupt einen Tarif vergleichst, muss die Wallbox beim Netzbetreiber angemeldet werden – ab einer bestimmten Ladeleistung sogar genehmigt. Die Ladeleistung wirkt sich zusätzlich indirekt auf den Vertrag aus: Eine Wallbox mit 11 kW lädt langsamer, aber gleichmäßiger als eine mit 22 kW, was bei manchen Netzbetreibern über die Netzentgelte Einfluss auf die monatlichen Fixkosten hat. Wer eine Reduzierung der Netzentgelte für steuerbare Verbrauchseinrichtungen nutzen möchte, muss der zeitweisen Drosselung durch den Netzbetreiber in seltenen Ausnahmefällen zustimmen – im Alltag meist kaum spürbar, aber ein Punkt, den du bei Vertragsabschluss kennen solltest.
Beispielrechnung: Ladekosten im Jahr
Nimm einen Ladebedarf von 2.800 kWh im Jahr. Beispielhaft angenommen: Ein Festpreistarif mit 30 Cent/kWh kostet dafür 840 Euro im Jahr. Wer stattdessen konsequent in günstigen Nachtstunden eines dynamischen Tarifs lädt und dabei im Schnitt auf 22 Cent/kWh kommt, zahlt rund 616 Euro – eine Ersparnis von etwa 224 Euro. Ohne gezielte Zeitsteuerung, etwa wenn tagsüber zu wechselnden, auch teuren Stunden geladen wird, schrumpft dieser Vorteil deutlich. Die Zahlen sind ein Rechenbeispiel, aktuelle Tarife findest du im Tarifvergleich.
Welcher Tarif passt zu dir?
Ein dynamischer Wallbox-Tarif eignet sich eher, wenn
- deine Wallbox eine Zeitsteuerung oder App-Anbindung hat,
- ein Smart Meter bereits verbaut ist oder ansteht,
- du überwiegend nachts oder mittags laden kannst.
Ein Festpreistarif ist meist die einfachere Wahl, wenn
- du zu unregelmäßigen Zeiten laden musst, etwa unterwegs oder tagsüber ohne Steuerung,
- dir feste, planbare Kosten wichtiger sind als der zusätzliche Aufwand.
Passenden Tarif für deine Wallbox finden
Vergleiche Fest- und dynamische Stromtarife für deinen tatsächlichen Verbrauch inklusive Wallbox.
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