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Stand: Juli 2026

Dynamischer Stromtarif mit Smart Meter: lohnt sich das für dich?

Bei einem dynamischen Stromtarif zahlst du nicht mehr einen festen Preis pro Kilowattstunde, sondern den tagesaktuellen Preis der Strombörse – Stunde für Stunde. Das kann günstig sein, wenn du deinen Verbrauch verschieben kannst. Ohne Smart Meter geht dabei allerdings nichts, denn nur ein digitaler Zähler mit Fernauslesung erfasst deinen Verbrauch viertelstundengenau.

Wie ein dynamischer Stromtarif funktioniert

Der Arbeitspreis richtet sich beim dynamischen Tarif nach dem Spotmarktpreis der Strombörse EPEX Spot, meist im Stunden- oder Viertelstundentakt. Anbieter reichen diesen Preis nahezu unverändert weiter und schlagen eine feste monatliche Grundgebühr sowie Netzentgelte, Steuern und Umlagen auf. Am Nachmittag stehen die Preise für den kompletten Folgetag fest, in der App oder im Kundenportal siehst du die Preiskurve für die nächsten 24 Stunden. Typischerweise ist Strom nachts und an sonnigen, windreichen Tagen am günstigsten, weil dann viel Strom aus erneuerbaren Quellen im Netz ist. Teuer wird es an kalten, windstillen Winterabenden zwischen etwa 17 und 20 Uhr, wenn der Verbrauch bundesweit hoch ist.

Voraussetzung: Smart Meter beziehungsweise iMSys

Ohne ein intelligentes Messsystem (iMSys) – umgangssprachlich Smart Meter – funktioniert ein dynamischer Tarif nicht. Der Zähler misst deinen Verbrauch viertelstundengenau und übermittelt die Werte automatisch an deinen Netzbetreiber, damit dein Anbieter jede Viertelstunde korrekt abrechnen kann. Verbraucher können den Einbau eines intelligenten Zählers grundsätzlich beim zuständigen Netzbetreiber beantragen; bei höherem Jahresverbrauch oder beim Betrieb einer Wärmepumpe oder Wallbox ist der Einbau ohnehin vorgesehen. Die Kosten dafür trägt größtenteils der Netzbetreiber, ein kleiner jährlicher Messstellenbetrieb-Anteil bleibt bei dir hängen. Ohne beantragten Einbau bringt dir das schönste dynamische Angebot nichts – frag deinen Netzbetreiber aktiv nach einem Termin, die Wartezeit kann je nach Region mehrere Monate betragen.

Wer von schwankenden Preisen profitiert

Am meisten Sinn ergibt ein dynamischer Tarif, wenn du große Verbraucher zeitlich steuern kannst: eine Wallbox, die dein E-Auto nachts lädt, ein Batteriespeicher, der günstigen Strom zwischenspeichert, oder eine Wärmepumpe mit steuerbarer Heizkurve. Auch eine Photovoltaikanlage mit Speicher lässt sich mit einem dynamischen Tarif kombinieren, um Überschussstrom klüger einzusetzen. Wer dagegen einen gleichmäßigen Verbrauch hat – Kühlschrank, Beleuchtung, klassische Haushaltsgeräte tagsüber – profitiert kaum, weil sich der Verbrauch kaum in günstige Stunden verschieben lässt. Für diese Haushalte ist ein normaler Festpreis- oder Ökostromtarif meist die entspanntere und planbarere Wahl.

Beispielrechnung: 4.000 kWh Jahresverbrauch

Nimm einen Haushalt mit 4.000 kWh Jahresverbrauch, einer Wallbox und einem Batteriespeicher. Beispielhaft angenommen: Ein Festpreistarif kostet 32 Cent/kWh, macht 1.280 Euro im Jahr. Ein dynamischer Tarif schwankt in diesem Rechenbeispiel zwischen 18 und 42 Cent/kWh, im Mittel bei rund 28 Cent/kWh – wer gezielt in die günstigen Stunden lädt und dadurch im Schnitt eher 24 Cent/kWh zahlt, kommt auf etwa 960 Euro im Jahr. Das wäre eine Ersparnis von rund 320 Euro, vorausgesetzt Wallbox und Speicher werden tatsächlich per App oder automatischer Steuerung in die günstigen Stunden gelegt. Ohne aktive Lastverschiebung schrumpft der Vorteil auf wenige Euro oder kippt sogar ins Minus, wenn ausgerechnet in deinen Verbrauchsstunden hohe Preise anliegen. Die Zahlen sind ein Rechenbeispiel, keine realen Anbieterpreise – aktuelle Tarife findest du im Tarifvergleich.

Risiken und Grenzen

Dynamische Preise können in seltenen Stunden auch über 40 oder 50 Cent/kWh steigen, etwa bei einer sogenannten Dunkelflaute ohne Wind und Sonne. Wer in solchen Stunden zwangsläufig Strom braucht – etwa weil die Wärmepumpe bei Kälte durchläuft – zahlt dann spürbar drauf. Hinzu kommt der Aufwand: Ohne App-Benachrichtigung, Steuerbox oder automatisierte Geräte musst du die Preiskurve selbst im Blick behalten, das ist auf Dauer lästig. Auch die Wartezeit auf den Smart-Meter-Einbau kann den Wechsel verzögern. Wer unsichere monatliche Kosten vermeiden möchte, ist mit einem Festpreistarif oft besser bedient, weil die Kalkulierbarkeit höher ist als bei stündlich wechselnden Preisen.

Lohnt sich das für dich?

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Fragen zum dynamischen Stromtarif

Was kostet der Einbau eines Smart Meters?

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Der Einbau ist für die meisten Haushalte kostenlos oder wird über eine geringe jährliche Messstellenbetrieb-Gebühr abgerechnet, die im niedrigen zweistelligen Eurobereich liegt. Den genauen Betrag nennt dir dein Netzbetreiber.

Kann ich jederzeit von einem dynamischen Tarif zurückwechseln?

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Ja, dynamische Tarife haben in der Regel keine lange Mindestlaufzeit. Ein Wechsel zurück zu einem Festpreistarif ist unter Einhaltung der vereinbarten Kündigungsfrist jederzeit möglich.

Brauche ich zwingend eine Wallbox oder Wärmepumpe für den dynamischen Tarif?

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Nein, zwingend nötig ist das nicht. Ohne steuerbare Großverbraucher ist der finanzielle Vorteil aber meist gering, weil sich der Verbrauch kaum verschieben lässt.

Wie schnell wird ein Smart Meter eingebaut?

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Die Wartezeit hängt vom Netzbetreiber und der Region ab und kann von wenigen Wochen bis zu mehreren Monaten reichen. Ein Antrag beim zuständigen Messstellenbetreiber ist der erste Schritt.

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